Usability Engineering kompakt: Benutzbare Produkte gezielt entwickeln von Michael Richter und Markus Flückinger. Beide bei Zühlke Engineering in der Schweiz angestellt. Also ein Buch über Usability. Eines von vielen. Eines mit Ansprüchen. Komplett soll es sein. Aber keine Kochrezepte liefern. Regeln der Usability darstellen. Methoden zu nutzerzentrierten Entwicklungen erklären. Die Prozesse zur Usabilityentwicklung einführen.

All das tut dieses Buch. In jeweils einzelnen Kapiteln werden die Methoden dargestellt, die zu nutzbaren Produkten führen. Es geht um Contextual Inquiries, Personas, Storyboards, Prototyping usw. In den nächsten Abschnitten stehen Entwicklungsprozesse und organisatorische Einbindung im Mittelpunkt. Zu Abschluss gibt es noch ein paar Anekdoten aus der Praxis und einen Ausblick.

Struktur und Inhalte überraschen nicht. Was nicht negativ ist. Die wichtigsten Methoden und Prozesse werden sauber dargestellt. Spezielle Informationen sind schnell auffindbar. Das Buch ist für Praktiker nutzbar. Es ist gut lesbar und über weite Strecken informativ. Zusammenfassende Tabellen machen das Verständnis auch komplexer Inhalte einfach.

Einige Punkte führen aber ganz klar zur Abwertung. Jedes Kapitel beginnt mit einer Zusammenfassung. Was an sich ja ok ist. Diese Zusammenfassung bildet aber auch immer den ersten Absatz der Haupttextes. Da stellt sich die Sinnfrage. Es fehlen die Literaturverweise. Es ist im Haupttext immer nur [] dargestellt, ohne eine Nummer oder einen Verweis darin. Das macht das Buch für wissenschaftliche Zwecke völlig ungeeignet. Auch der anwendungsorientierte Leser hätte sich sicher über die eine oder andere Quelle mit Zusatzinformationen gefreut. Einige Passagen wirken wie auf die Schnelle zusammengenagelt. Da fehlt es an Stringenz. An sauberer Sprache. Und an Korrekturen. Offene Klammern werden nicht geschlossen. Es gibt Rechtschreibfehler. Das hinterlässt einen faden Geschmack. Und erzeugt Zweifel über die Sorgfalt bei der Erstellung des gesamten Buches.

Anmerkung: die Kritik bezieht sich auf die Kindleversion des Buches. Vielleicht ist die Papierversion ja besser gemacht…