2. Teil über die Konferenz Automobil Interieur.

Der zweite Tag fand in getrennten Räumen statt. Im größeren wurde der Schwerpunkt Material und Leichtbau gesetzt. Im kleinen Saal ging es um Elektronik. Da ich hier Moderator war, kann ich naturgemäß nichts zum anderen Forum sagen.

Daimler berichtete über seine Strategie  im Bereich Telematik, Connectivity und Apps. Kern des neuen Konzepts für den Smart ist eine intelligente Halterung für das Handy. Über Bluetooth wird das Fahrzeug angebunden. Eine limitierte Zahl von zertifizierten Apps wird angezeigt und kann während der Fahrt genutzt werden. Car Info. Navigation. Music. Phone. Guidebook. Die HMIs sind simpel gestaltet. Sie erscheinen gut während der Fahrt nutzbar. Funktionen des Telefons jenseits der zertifizierten Apps sind nicht zugänglich. Smarte Lösung die der Marke gerecht wird.

Soundsysteme in Fahrzeugen dienen heute nicht nur dem Abspielen von Musik. Paragon bietet eine Lösung an, mit der die Kommunikation innerhalb des Fahrzeugs erleichtert wird.  Durch entsprechende Architekturen aus Lautsprechern, Mikrofonen und Verstärkern können Sitzplätze mit individuellen Inhalten beschallt werden. Durch die Verlagerung der Algorithmen in dezentrale Busknoten wird Gewicht eingespart.

Brose berichtete über einen hausinternen Innovationsprozess. Trends werden aufgegriffen. Ideen entwickelt. Inventionen angestoßen. Innovationen realisiert. Aus Strategie, Technology Push und Market Pull werden Handlungsfelder identifiziert und Roadmaps abgeleitet. Zentral ist dabei die Einbindung des Ideengebers in den Gesamtprozess. In einer Ideenwerkstatt, die eine wirkliche Werkstatt ist, werden mit einfachsten Mitteln Ideen umsetzt. Die Reifung zum Produkt erfolgt in den späteren Prozessschritten.

Kritische Stimme in diesem Forum war Moccu, eine Designagentur aus Berlin. Zentral ist die Frage des Kundennutzen. Wie können aus den einzelnen Komponenten des Infotainment neue Nutzungsszenarien abgeleitet werden. In letzter Konsequenz ergibt sich daraus ein Paradigmenwechsel in der Fahrzeugindustrie. Neue Geschäftsmodelle. Neue Dienstleistungen. Software als Innovationsfaktor. Neue Erlösquellen.

Die drahtlose Datenübetragung ist durch neue Standards im Mobilfunk schneller und billiger geworden. Peiker stellte seine Kooperation mit CloudMade vor. Aus der Synchronisation von Cloud und Fahrzeug ergeben sich neue Services. Das Fahrzeug nimmt Kontexte wahr und versteht die Bedürfnisse des Fahrers. Services im Umfeld von Navigation und Sicherheit können neu angedacht werden. Neue Modelle der Kundenbindung. Erhöhte Attraktivität von Autos für Millennials. Vorausschauende Wartung. Unterstützung des autonomen Fahrens.

Beim teilautonomen Fahren muss der Fahrer in kritischen Momenten ins Fahrgeschehen eingreifen. Er muss in die Loop zurück geholt werden. Das Fahrzeug muss klar kommunizieren, in welchem Fahrmodus es sich befindet. Valeo hat ein HMI Konzept vorgestellt, in dem der Fahrer immer genau informiert ist, in welchen Modus das Fahrzeug ist. Stellteile sind Touchscreens im Lenkrad, mit denen ein gewisser Funktionsumfang gesteuert werden kann. Screendesign und Funktionalität sind an Smartphones orientiert.

Spannende Themen. Interessante Referenten. Nächstes Jahr wieder.