Die CES 2016 in Las Vegas setzte einen Trend der letzten Jahre fort. Fahrzeughersteller und  Zulieferer nehmen immer mehr Raum rein. War die Northhall bis vor ein paar Jahren noch die Halle mit den Bumm-Bumm Jungs, dicke Lautsprecher, dicke Kabel, dicker Sound, tummeln sich heute dort Firmen wie Audi, VW, Ford, Mercedes, Toyota, Kia, Fiat Chrysler, Bosch, ZF und Denso. Im Mittelpunkt stehen Cockpitkonzepte. Elektronik. Konnektivität. Autonomes Fahren. Das physische Fahrzeug tritt hinter seine Applikationen, seine Rolle in der Welt der Mobilität und sein digitales Erscheinen zurück.

Cockpitkonzepte hatten horizontale Bildschirme. Das Exponat auf dem Stand von Bosch war immer schwer umlagert. Genauso wie das im Zelt von BMW. Jeep zeigte ebenfalls ein Konzept mit Bildschirmen über fast die gesamte Fahrzeugbreite. Offen blieb, was man mit dieser Fläche sinnvoll anfangen kann. Wo endet das Habitat des Fahrers. Welche Informationen zeige ich ganz rechts außen an. Wie wird zwischen fahrrelevanter Information und Unterhaltung getrennt. Denso zeigte die Menüselektion auf dem Cockpitbildschirm mittels Blickbewegung. Die Auswahl eines Menüs erfolgte über das Anstarren des entsprechenden Bereiches. Mäßige Zuverlässigkeit und hohe Latenzzeiten machten das Thema sinnfrei. Da ist Verbesserungspotenzial drin!

Rinspeed zeigt mit dem Etos ein neues, wie immer faszinierendes Konzept. Das Cockpit passt sich dem Fahrmodus an. Im nicht autonomen Modus mit Lenkrad und gewohnter Instrumentierung. Im autonomen Modus ohne Lenkrad und mit Instrumenten in Leseentfernung vom Fahrer. Die Drohne als Helfer im Stau. Oder bei der Erledigung kleinerer Aufträge. Blumen besorgen. Kaffee holen. Selfies machen. Ausgestellt wurde es auf dem Stand von Harman. Der nicht auf dem Messegelände war, sondern im Hard Rock Hotel. Die hatten auch ein paar Innovationen dabei. Aber nichts, was die Welt aus den Fugen hebt.

Der Rest der Show war wie jedes Jahr. Voller. Bunter. Lauter. Schriller. Größer. Dünner. Weiter. Fernseher werden immer größer und immer flacher. Aussteller von Drohnen (Unmanned Vehciles) nehmen die halbe Southhall ein. Vernetzung ist das große Thema. Alles hat einen Internetanschluss. Das Internet der Dinge ist da. Ein paar interessante Devices wie ein Windows 10 Tablet mit andockbarer Tastatur von Samsung. Das könnte eine Alternative für digitale Nomaden werden.

User Experience steht vor Technologie. Auf dem Stand von Sony wurde mehr Deko gezeigt als Geräte. Wohnzimmer statt Fernseher. Bei Corning, einem Produzenten von Glas, wurde eine Videowall ausgestellt, mit der Infotainment für den Haushalt geliefert wird.

Fazit: auf jeden Fall sehenswert. Und wenn es nur die Show ist!